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Weltreise Expeditionsmobil – Zulassung und Kfz-Versicherung

Es gibt 4 Möglichkeiten der Zulassung. Jede Zulassungsart hat ihre speziellen Anforderungen und nicht jedes Fahrzeug kann sie erfüllen. Wenn du vor der Entscheidung stehst, wie du dein Expeditionsmobil anmelden sollst, gibt es hier für dich eine Zusammenfassung der grundlegenden Voraussetzungen, sowie Kosten und Beschränkungen im Verkehr.

Die Zulassung als LKW

Unser Expeditionsmobil war bereits vor unserem Kauf als LKW zugelassen. Nach der Abmeldung durch den Verkäufer haben wir es wieder als LKW angemeldet. Die zu entrichtende, jährliche Steuer wird mit Hilfe der Schadstoffklasse und dem zulässigen Gesamtgewicht ermittelt. Das kannst du ganz einfach im Internet für dein Fahrzeug im Vorfeld prüfen. Bei unserem Expeditionsmobil fallen jährlich 500 Euro Steuern an. Eine LKW-Zulassung ist in unserem Fall steuerlich günstiger als eine Wohnmobil-Zulassung (750 Euro pro Jahr). Die Versicherungsbeiträge sind jedoch bei Wohnmobilen meist niedriger, sodass sich ein Preisvergleich zwischen einer LKW- oder Wohnmobil-Zulassung lohnen kann.

Da unser Weltreise Expeditionsmobil als LKW zugelassen ist, müssen wir uns an das Fahrverbot in Umweltzonen und den Tempolimits für LKWs halten. Für LKWs bis 7,5 Tonnen gilt eine Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen und außerhalb von geschlossenen Ortschaften von 80km/h. Das LKW Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen betrifft uns nicht, da dieses nur für gewerbsmäßige oder entgeltliche Beförderung gilt, nicht aber für private Reisen. Ein LKW über 3,5 Tonnen muss jedes Jahr beim TÜV vorgeführt werden. Unsere Wohnkabine steht auf einer Wechselbrücke und gilt als Ladung. Für uns gibt es daher geringe Vorschriften bezüglich der Kabineneigenschaften. Sicherheitsglas ist bei unseren Fenstern zum Beispiel nicht vorgeschrieben.

Die Zulassung als LKW mit H-Kennzeichen

Ob eine Oldtimer Zulassung für dich das Richtige und überhaupt möglich ist, muss im Einzelfall geprüft werden. Steuerlich rechnet sich das H-Kennzeichen durchaus. Anstatt der jährlichen 500 Euro (in unserem Beispiel) fallen bei einer Oldtimer Zulassung nur noch 191 Euro Steuern an. Zu berücksichtigen sind jedoch folgende weitere einmalige Kosten, die für ein H-Kennzeichen anfallen:

  • 200 Euro Gebühren für das TÜV Gutachten nach § 23 StVZO, welches notwendig ist, damit dein LKW eine H-Zulassung überhaupt bekommt.
  • [Optional] 150 Euro für eine Kurzbewertung, wenn eine Kaskoversicherung bis 50.000 Euro Versicherungswert abgeschlossen werden soll.
  • [Optional] 750 Euro für ein Vollgutachten, wenn eine Kaskoversicherung ab 50.000 Euro Versicherungswert abgeschlossen werden soll.

„Einmal ein H-Kennzeichnen,
bedeutet nicht für immer“.

Wir wollten über das Thema Oldtimer Zulassung genauer Bescheid wissen und haben daher ein Beratungsgespräch beim TÜV Nord (Kosten 30 Euro) wahrgenommen. Dabei kam Erstaunliches heraus:

  1. Mit einem H-Kennzeichen ist die Fahrt durch Umweltzonen mit unserem Weltreise Expeditionsmobil nicht mehr eingeschränkt.
  2. Mit der jährlichen Hauptuntersuchung erfolgt auch gleichzeitig die Prüfung, ob der LKW die Voraussetzungen der Oldtimer Zulassung weiterhin erfüllen kann. Der erhaltungswürdige Zustand des LKWs und die Einhaltung der Auflagen sind hier maßgeblich.

Beispiele für Auflagen eines erhaltenswürdigen Zustands:

  1. Alle Umbauten wie z.B. die Kabine hätten innerhalb der ersten 10 Jahre nach Erstzulassung (1985) mit den Materialien der damaligen Zeit erfolgen müssen. Dies trifft zum Beispiel bei den heutigen, üblichen GFK-Koffern nicht zu. Unsere Kabine wurde 2017 gebaut und ist daher nicht zulässig.
  2. Der LKW muss die Originalfarbe besitzen. Unser Expeditionsmobil war ursprünglich eine Feuerwehr und ist heute in einem grau-weißen Farbton lackiert. Die rote Farbe müsste wieder hergestellt werden.
  3. Die originalen Sitze mit den originalen Bezügen müssen in einem guten Zustand noch vorhanden sein. Die Polster unserer Sitze sind stark abgenutzt und müssen erneuert werden. Einen originalen Bezug werden wir dafür voraussichtlich nicht bekommen.
  4. Die Beurteilung des Gesamtzustands des LKWs liegt im Ermessen des Prüfers. Wir haben von unserer Beratung folgende Vorrausetzungen als Beispiel mitgenommen: Ein tadelloser Lack, keine Dellen und Beulen, sowie ein sehr gepflegtes Armaturenbrett. Natürlich muss der LKW auch in einem technisch einwandfreien Zustand sein. Klingt nach Garagenfahrzeug. So sieht ein Abenteuer-Expeditionsmobil für uns nicht aus.

Die Auflagen für eine Oldtimer Zulassung sind für das Jahr 2021 nochmal strenger geworden. So wurde zum Beispiel die Anforderung an die ursprüngliche Lackfarbe hinzugefügt. Auch wurden wir darauf hingewiesen, dass die H-Zulassungen immer häufiger von den amtlichen Behörden überprüft werden. Ein Gutachter, der hier die Grauzonen ausreizt, wird wohl immer schwieriger zu finden sein.

Unser Fazit: Wir wollen auf Weltreise gehen und mit unserem Expeditionsmobil Abenteuer erleben. Auf die Geländefahrten abseits gepflasterter Straßen freuen wir uns ganz besonders. Wir sehen in unserem Expeditionsmobil einen Gebrauchsgegenstand und möchten nicht auf jeden Kratzer und jede Delle achten. Außerdem wollen wir es für unsere Zwecke umbauen ohne an die Vorschriften einer H-Zulassung denken zu müssen.

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Die Zulassung als Wohnmobil

Du hast die Möglichkeit dein Expeditionsmobil auch als Wohnmobil zuzulassen. Wie bereits erwähnt ist die jährliche Steuer in Höhe von 750 Euro für ein Wohnmobil höher als die LKW-Steuer (500 Euro). Die Versicherungen sind jedoch für Wohnmobile meist viel günstiger. Aufgrund des Alters von 35 Jahren besteht für unser Expeditionsmobil auch mit einer Wohnmobil Zulassung das Fahrverbot in Umweltzonen. Das Tempolimit für LKWs würde jedoch wegfallen. Nur Wohnmobile mit einem Alter bis 60 Monaten brauchen alle 2 Jahre zum TÜV. Für alle anderen, wie in unserem Fall, ist eine jährliche TÜV Untersuchung auch mit einer Wohnmobil Zulassung notwendig.

Wurde dein LKW zum Wohnmobil umgebaut, ist eine Begutachtung durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen und die Korrektur der Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein) durch das Straßenverkehrsamt erforderlich. Die Vorführung beim TÜV für eine Wohnmobil Zulassung kostet 200 Euro.

Diese Voraussetzungen müssen unter Anderem erfüllt sein, um eine Wohnmobil Zulassung zu bekommen:

  • Das Expeditionsmobil muss sich eindeutig zu Wohnzwecken eignen. Es muss dabei mit folgenden Einbauten mindestens ausgestattet sein: Sitzgelegenheit mit Tisch, Schlafgelegenheit, feste Installation einer Kochmöglichkeit dabei ist die Energiequelle nicht vorgeschrieben, Schrank oder Stauraum für Kleidung und Proviant.
  • Die Sitze im Wohnbereich, die während der Fahrt genutzt werden, müssen spezielle Anforderungen an Sitze, Gurte und Verankerungen erfüllen.
  • Die Fenster müssen aus Sicherheitsglas bestehen oder mit Außenklappen verdeckt sein.

Eine Wohnmobil Zulassung würde für uns folgendes bedeuten:

  1. Austausch der Fenster oder das Nachrüsten von Außenklappen (zusätzliche Kosten & Aufwand).
  2. Erneute Vorführung beim TÜV für die Abnahme als Wohnmobil (Kosten 200 Euro).

Unser Weltreise Expeditionsmobil bekam bereits im November neuen TÜV. Wir haben uns vorerst gegen eine Zulassung als Wohnmobil und die zusätzlichen Kosten für die Nachrüstung entschieden.

Die Zulassung als Wohnmobil mit H-Kennzeichen

Die günstigste Zulassungs-Variante für dein Expeditionsmobil ist die Zulassung als Wohnmobil mit H-Kennzeichen. Du profitierst von den günstigen Steuern von jährlich 191 Euro. Außerdem hast du den Vorteil eine günstigere Wohnmobilversicherung abzuschließen zu können. Unserer Erfahrung nach ist eine Wohnmobilversicherung im Vergleich zu einer LKW-Versicherung 30 bis 40 Prozent günstiger. Mit einem H-Kennzeichen ist die Fahrt durch Umweltzonen uneingeschränkt möglich.

Zu berücksichtigen sind auch hier die einmaligen Kosten, die für ein H-Kennzeichen anfallen (siehe oben:  Kosten Zulassung als LKW mit H-Kennzeichen). Für dein Wohnmobil gelten auch dieselben Anforderungen an den erhaltenswürdigen Zustand, um eine Oldtimer Zulassung zu bekommen (siehe oben: H-Kennzeichen LKW).

Die Versicherung

Unser Weltreise Expeditionsmobil ist als LKW (ohne H-Kennzeichen) zugelassen. Daher benötigen wir eine LKW-Haftpflicht-Versicherung. Einen ersten Anhaltspunkt zu den unterschiedlichen Versicherungsanbietern und deren Tarifen erhältst du auf Vergleichsportalen. Wir haben zusätzlich Anfragen in Facebook-Gruppen für Allrad-LKWs und Expeditionsmobile, sowie einen persönlichen Instagram Beitrag in unserer Community geschaltet. Dadurch haben wir viele nützliche Tipps und Kontakte zu verschiedenen Versicherungsgesellschaften erhalten.

Die Internet-Vergleichsportale haben uns eine gute Orientierungshilfe im Anbieter Dschungel gegeben. Wir empfehlen dir die Versicherungen direkt zu kontaktieren. Ein persönlicher Anruf klärt Fragen und bringt oftmals sogar noch attraktive Prozente im Beitrag.

Sehr wichtig: die persönliche Schadensfreiheitklasse einer vorherigen PKW-Versicherung wird nicht bei allen Versicherern bei einer LKW-Versicherung übernommen. Es liegt im Ermessen der Versicherung. Explizit nachfragen und nicht verunsichern lassen!

Bei LKW-Versicherungen ist die höchste Schadenfreiheitskasse (SF)20 = 25% die erreicht werden kann. Ab SF 20 wird es also nicht mehr günstiger. Wir haben eine Versicherung gefunden, die unsere persönlichen Schadensfreiheitsjahre vom PKW  übernommen hat. Da wir auf Weltreise gehen, war uns eine unbegrenzte, jährliche Kilometerleistung sehr wichtig. Achtung: bei einem H-Kennzeichen kann es bei einigen Versicherern bzgl. der Kilometerleistung Beschränkungen geben.

Welche Risiken bei deinem Expeditionsmobil abgesichert sein sollen, musst du für dich entscheiden. Eine Empfehlung können wir dir nicht geben. Wir haben uns lediglich für eine Kfz-Haftpflicht-Versicherung ohne Teil-oder Vollkasko entschieden. Ein großes Risiko sehen wir hierbei für uns nicht. Der größte Teil unserer Weltreise wird im außereuropäischen Ausland stattfinden, wo diese Versicherung ohnehin nicht greifen würde.

Dich interessiert unser Weltreise Expeditionsmobil? Dann schau doch mal hier rein: Die Geschichte zu unserem Weltreise Expeditionsmobil – Warum ausgerechnet dieser LKW? oder Wir kaufen unser Weltreise Expeditionsmobil.

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